26. August 2019

Nach Aufhebung der Richtlinie über persönliche Schutzausrüstung (PSA) 89/686/EWG wurde mit Datum vom 21. April 2018 die neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425 veröffentlicht, welche nach einer Übergangsfrist bis zum 21. April 2019 verpflichtend sowohl von den Herstellern als auch den PSA-Nutzern anzuwenden ist.

PSA (Persönliche Schutzausrüstung) wird je nach Höhe des Risikos in drei Kategorien eingeteilt:

  • PSA Kategorie I (geringfügige Risiken): schützt u. a. gegen oberflächliche mechanische Verletzungen oder Kontakt mit heißen Oberflächen; zum Beispiel Garten- und Haushaltshandschuhe, Schutzhandschuhe
  • PSA Kategorie II: umfasst Produkte, die weder in Kategorie I noch in Kategorie III eingeordnet werden können; zum Beispiel Standardschutz gegen mechanische Risiken: Arbeitsschutzhelme, Sicherheitsschuhe
  • PSA Kategorie III: schützt gegen Risiken, die zu sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden führen können; zum Beispiel Chemikalienschutzhandschuhe, Atemschutzgeräte mit Filter, Höhensicherungsgeräte, Gehörschutz

Die wichtigsten Neuerungen aus Sicht des Arbeitsschutzes und für den Nutzer im Überblick:

  • Die Einstufung nachfolgender PSA ändert sich. Produkte wie zum Beispiel Gehörschutz, Rettungswesten, Absturzsicherung oder PSA zum Schutz gegen Kettensägenschnitte wurden hinsichtlich ihres Schutzniveaus aufgewertet und fallen jetzt unter die Kategorie III, welche den Schutz vor tödlichen Gefahren und irreversiblen Gesundheitsschäden bezeichnet.
  • Die Risikokategorie III ist um die fünf Risiken Ertrinken, Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen, Hochdruckstrahl, Verletzungen durch Projektile oder Messerstiche und schädlichen Lärm erweitert worden. Das bedeutet auch, dass diese Schutzmittel ein strengeres Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen müssen.
  • Durch die Veränderung der Kategorie III ergibt sich neuerdings die Pflicht zu einer praktischen Unterweisung der Beschäftigten (DGUV Vorschrift 1) für diese Schutzmittel. Wie bislang auch, sind diese Unterweisungen zu dokumentieren.
  • Von Seiten des Herstellers sind für die Schutzmittel Angaben zur Lagerung der Materialien mitzuliefern.
  • Ein Inverkehrbringen bereits produzierter Schutzmittel ist bis zum 20. April 2023 möglich.

Für weitere Informationen und zur Unterstützung bei der Durchführung von Unterweisungen sowie der Dokumentation gemäß der neuen PSA-Verordnung der EU stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Ihr Ansprechpartner

Thomas Hüsken

Thomas Hüsken
Dipl.-Geograph

Telefon: +49 (0)2162 26638-40
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